Ratgeber · Veröffentlicht 2026-07-17
BUN bei Hund & Katze: Harnstoff im Blutbild verstehen
Viele landen hier, nachdem sie auf einem Laborbefund drei Buchstaben – BUN – entdeckt haben und wissen möchten, was sie bedeuten. BUN steht bei der Beurteilung der Nieren oft direkt neben Kreatinin, reagiert aber auch auf Einflüsse außerhalb der Nieren und lässt sich deshalb kaum für sich allein deuten. Dieser Ratgeber erklärt, was BUN widerspiegelt, in welchen Situationen der Wert steigen oder sinken kann und welche Aufzeichnungen im Gespräch mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt hilfreich sind.
Was ist BUN?
BUN ist die englische Abkürzung für Blood Urea Nitrogen, also Harnstoff-Stickstoff im Blut. Der Wert zeigt, wie viel Harnstoff – ein Abbauprodukt, das beim Stoffwechsel von Eiweiß entsteht – im Blut verbleibt.
Der Großteil dieses Harnstoffs wird über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Die im Blut verbleibende Menge spiegelt daher indirekt die Ausscheidungsfunktion der Nieren wider, reagiert aber zugleich auf andere Faktoren wie den Flüssigkeitshaushalt und die Fütterung.
Warum BUN als Nierenwert gilt
Da die Nieren diese Abbauprodukte filtern und ausscheiden, kann bei nachlassender Ausscheidung etwas mehr Harnstoff im Blut bleiben und der BUN-Wert steigen. Deshalb wird er bei der Beurteilung der Nieren häufig herangezogen.
Allerdings ist BUN weniger ein reiner Nierenmarker als ein Wert, in dem sich mehrere Signale überlagern. Er wird daher meist zusammen mit anderen Nierenwerten wie Kreatinin (CREA) und SDMA betrachtet und im Verhältnis zu ihnen interpretiert.
Harnstoff erhöht: was mitbetrachtet wird
Liegt BUN über dem Referenzbereich, denkt man zunächst an eine veränderte Ausscheidung über die Nieren – doch auch Faktoren außerhalb der Nieren können den Wert anheben. Diesen Kontext berücksichtigt die Tierarztpraxis bei der Beurteilung.
- Dehydratation oder eine veränderte Trinkmenge
- Eiweißreiche Fütterung oder eine Mahlzeit kurz vor der Blutentnahme
- Faktoren im Verdauungstrakt wie Magen-Darm-Blutungen
- Der Verlauf des Verhältnisses zu Kreatinin (BUN/CRE)
Wenn der Wert niedrig oder unklar ist
BUN kann auch niedrig ausfallen. Eine eiweißarme Fütterung, eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme und Faktoren, die mit der Harnstoffbildung in der Leber zusammenhängen, können den Wert senken.
Ein niedriger Wert lässt für sich genommen keine Schlüsse zu. Auch hier ist es ausgewogener, ihn zusammen mit anderen Werten und dem Allgemeinbefinden im Verlauf zu betrachten.
Gut zu wissen rund um die Blutuntersuchung
BUN reagiert recht empfindlich auf Fütterung und Flüssigkeitshaushalt. Was Ihr Tier vor der Untersuchung gefressen hat und ob es dehydriert war, kann den Wert beeinflussen. Wer die Umstände am Untersuchungstag notiert, kann den Wert später deutlich leichter einordnen.
Die genauen Referenzwerte unterscheiden sich je nach Labor und Gerät. Maßgeblich ist daher der Bereich, der auf dem Befund des jeweiligen Labors steht. Sicherer, als Zahlen aus verschiedenen Quellen direkt zu vergleichen, ist es, die Lage des Werts innerhalb seines eigenen Referenzbereichs zu betrachten.
Warum Dokumentieren wichtig ist
Weil BUN leicht durch momentane Bedingungen wie Fütterung und Flüssigkeitsaufnahme schwankt, ist eine Reihe von Messungen aussagekräftiger als ein einzelner Wert. Liegen die Befunde verstreut, geht dieser Verlauf schnell verloren.
Wenn Sie die Ergebnisse an einem Ort sammeln und den Verlauf zusammen mit Kreatinin festhalten, lässt sich der aktuelle Wert im Gespräch mit der Tierarztpraxis in einem größeren Zusammenhang besprechen. Seit wann und wie sich etwas verändert hat, ist ein guter Ausgangspunkt für dieses Gespräch.
Pawsitive ersetzt keine tierärztliche Diagnose, Verordnung oder Behandlung. KI-Analysen dienen nur zur Orientierung. Bitte wende dich an einen Tierarzt, wenn dir an der Gesundheit deines Tieres etwas Sorgen macht.